SpiFa: TSVG-Streichung gefährdet fachärztliche Versorgung von 75 Millionen GKV-Versicherten – Fachärzteschaft warnt vor spürbaren Folgen für gesetzlich Versicherte
11. März 2026Die im TSVG verankerten Vergütungsregelungen haben seit ihrer Einführung maßgeblich dazu
beigetragen, zusätzliche Behandlungskapazitäten in den fachärztlichen Praxen zu schaffen und
kurzfristige Termine zu ermöglichen. Wenn diese Leistungen künftig wieder vollständig budgetiert
werden, verlieren Praxen den wirtschaftlichen Spielraum, über ihr reguläres Budget hinaus zusätzliche
und dringliche Termine anzubieten.
„Wer den Praxen die Finanzierung zusätzlicher Leistungen entzieht, darf sich nicht wundern, wenn
diese Leistungen auch nicht mehr erbracht werden können.“, erklärt der Spitzenverband
Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V.
Für die rund 75 Millionen gesetzlich Versicherten bedeutet dies konkret: längere Wartezeiten auf
dringende Facharzttermine, weniger kurzfristige Behandlungsangebote und eine zusätzliche Belastung
eines ohnehin angespannten Versorgungssystems. Fachärztliche Praxen arbeiten bereits heute
vielerorts an der Belastungsgrenze. Gleichzeitig steigen Bürokratieaufwand, Personalkosten und
medizinischer Bedarf kontinuierlich.
Die geplante Streichung der TSVG-Regelungen würde dieses fragile Gleichgewicht weiter
destabilisieren. Ohne die extrabudgetäre Vergütung zusätzlicher Leistungen geraten insbesondere
kurzfristige Terminangebote, offene Sprechstunden und zusätzliche Behandlungszeiten wirtschaftlich
unter Druck.
Der Unmut in der Fachärzteschaft wächst entsprechend.
Dr. med. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa, erklärt:
„Die Politik muss endlich aufhören, von schnellerer Versorgung zu reden und gleichzeitig die
Finanzierung genau dieser Versorgung abzuschaffen. Wenn die extrabudgetäre Vergütung für
dringende Termine gestrichen wird, dann ist das nichts anderes als eine Einladung zu längeren
Wartezeiten für gesetzlich Versicherte. Unsere Praxen können zusätzliche Leistungen nicht dauerhaft
aus eigener Tasche finanzieren. Wer den Praxen die Luft zum Atmen nimmt, darf sich nicht wundern,
wenn am Ende die Patientinnen und Patienten die Konsequenzen spüren.“
Zudem weist der SpiFa nachdrücklich darauf hin, dass die mit dem TSVG initiierten
Vergütungsverbesserungen einerseits und die Erhöhung der Mindestsprechstunden andererseits ein
politisches Gesamtpaket waren, dessen einseitige Aufkündigung durch die Politik das Vertrauen der
Fachärzteschaft in die Redlichkeit der Politik untergrabe.
„Bereits die Abschaffung der Neupatientenregelung hat zu einer erheblichen Schieflage zwischen
Anreizen und Pflichten im TSVG geführt und für großen Unmut auf Seiten der gesamten
Fachärzteschaft gesorgt. Sehr viele Kolleginnen und Kollegen fühlen sich schlichtweg betrogen und
sind nachhaltig verstimmt. Es gärt dramatisch. Weitere Kürzungen müssen deshalb zu einer
Rückführung der Mindestsprechstundenzeit auf 20 Wochenstunden führen, was eine Reduzierung der
verfügbaren fachärztlichen Termine um bis zu 20 Prozent zur Folge hätte.“, so Dr. med. Dirk Heinrich.
Der SpiFa fordert die politisch Verantwortlichen daher auch im Interesse der gesetzlich versicherten
Patientinnen und Patienten auf, die TSVG-Vergütungsregelungen zu erhalten und die ambulante
Versorgung nachhaltig zu stärken. Eine leistungsfähige fachärztliche Versorgung ist ein zentraler Pfeiler
des deutschen Gesundheitssystems – gerade angesichts des demografischen Wandels und steigender
Behandlungsbedarfe.
Statt zusätzlicher Belastungen braucht die ambulante Medizin verlässliche Rahmenbedingungen,
weniger Bürokratie und eine Vergütung, die den tatsächlichen Versorgungsleistungen gerecht wird.
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Der SpiFa repräsentiert mit seinen Mitgliedsverbänden über 150.000 Fachärztinnen und Fachärzte in Klinik und
Praxis. Ziel ist die Vertretung derer übergeordneten Interessen gegenüber Politik, Selbstverwaltung und
anderen Verbänden, sowie deren politische Durchsetzung auf Bundes- und Landesebene.
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Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa)
Herausgeber (V.i.S.d.P.): Dr. med. Dirk Heinrich, Dr. med. Helmut Weinhart,
Prof. Dr. med. Hermann Helmberger, Dr. med. Petra Bubel,
Dr. med. Norbert Smetak, Jan Henniger, Markus Haist (kooptiert)
Dr. med. Anna-Katharina Doepfer (kooptiert)
Hauptgeschäftsführer: Dr. iur. André Byrla
Pressekontakt: Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V.
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Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit
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