SpiFa warnt vor einseitiger Belastung der fachärztlichen Versorgung – Bundesregierung muss Finanzierungslücke in der GKV schließen
16. April 2026Anlässlich der heutigen Vorstellung der Pläne der Bundesregierung zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) durch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken mahnt der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) eine faire und nachhaltige Lastenverteilung im Gesundheitswesen an.
„Einsparungen im ambulanten Bereich dürfen nicht einseitig zulasten der Fachärztinnen und Fachärzte gehen. Hausärztinnen und Hausärzte, Fachärztinnen und Fachärzte sowie nichtärztliche Psychotherapeutinnen und -therapeuten müssen gleichermaßen Verantwortung tragen“, erklärt der SpiFa. Eine unausgewogene Belastung einzelner Versorgungsbereiche gefährdet die Stabilität der ambulanten Versorgung und damit die medizinische Betreuung von rund 75 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland.
Zugleich fordert der SpiFa die Bundesregierung auf, ihrer finanziellen Verantwortung endlich gerecht zu werden. Insbesondere bei der Gesundheitsversorgung von Bürgergeldempfängerinnen und Bürgergeldempfängern besteht eine erhebliche Finanzierungslücke. „Es ist nicht länger hinnehmbar, dass Beitragszahlende staatliche Aufgaben querfinanzieren. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas sind aufgefordert, die bestehende Lücke von rund 12 Milliarden Euro unverzüglich zu schließen“, so der Verband.
Der SpiFa betont, dass eine nachhaltige Stabilisierung der GKV-Beiträge nur gelingen kann, wenn strukturelle Fehlfinanzierungen behoben und die Lasten gerecht verteilt werden. Einseitige Maßnahmen gefährden hingegen die Versorgungsqualität und das Vertrauen in das Gesundheitssystem.
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Über den Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa)
Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) ist die Stimme der in Deutschland tätigen Fachärztinnen und Fachärzte. Als Dachverband der fachärztlichen Berufsverbände übt er die gemeinsame Interessenvertretung für die Anliegen der Fachärztinnen und Fachärzte gegenüber Politik, Selbstverwaltung und anderen freien Verbänden auf Bundes- und Landesebene aus.
Dabei repräsentiert der SpiFa mit seinen 36 ordentlichen und assoziierten Mitgliedsverbänden über 160.000 Fachärztinnen und Fachärzte in der Grundversorgung sowie der spezialisierten und hochspezialisierten Versorgung, die in einer Praxis, einem Medizinischen Versorgungszentrum, einem Krankenhaus oder in der Hochschulmedizin tätig sind.
Seit Februar 2022 ist der SpiFa entsprechend im Lobbyregister für die Interessenvertretung gegenüber dem Deutschen Bundestag und der Bundesregierung eingetragen.
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