Leistungen im niedergelassenen Bereich

Leistungen im niedergelassenen Bereich

Beitragvon AlexanderK » Mo 22. Okt 2012, 12:50

Ich habe eine Frage, die sich an die Weiterbildungsbefugten richtet:

Wenn ich eine als Versorgungspraxis geführte Praxis für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie betreibe später, welche über die Psychotherapie hinausgehenden ärztlichen Leistungen kann ich im Sinne der integrierten Medizin erbringen, sprich: Blutentnahme, körperliche Untersuchung, EKG, RR, Hausbesuch bei schwer somatisch Kranken/Sterbenden?
Müsste ich jeweils nur belegen, dass ich eine ärztliche Fertigkeit beherrsche (z.B. Schwindeldiagnostik) oder muss eine Facharztqualifikation bestehen - Neuro+Psychosomatik?
Kann ich z.B. mehr erbringen, wenn ich den FA für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie plus den FA für Allgemeinmedizin habe, aber mit einer psychosomatischen Praxis niedergelassen bin?

Herzlichen Dank,
Alexander K., Berlin
AlexanderK
 
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Re: Leistungen im niedergelassenen Bereich

Beitragvon palmowski » Mo 22. Okt 2012, 17:04

Lieber Kollege,

im Rahmen einer kassenärztlichen Praxis als Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie können Sie sämtliche allgemeinen ärztlichen Leistungen wie Blutabnahme, körperliche Untersuchung, Ruhe-EKG, Spritzen usw. erbringen. Diese Einzelmaßnahmen finden sich in der Grundpauschaule wieder (bei uns EBM 22211) nachdem sie im Zuge der Pauschalierungen wie in anderen ärztlichen Fachgebieten auch dort zusammengefaßt wurden.

Fürim Rahmen der Weiterbildungsordnung geforderte Inhalte - bei uns eingehende Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der somatischen (ggf. Inneren) Medizin - sind keine zusätzlichen Nachweise erforderlich.

Allgemein gilt für jede ärztliche Tätigkeit das Gebot der Fachgebietsbeschränkung. Im niedergelassenen Bereich entscheidet die Zulassung für ein bestimmtes Gebiet. Die Zulassung als FA f. Allgemeinmedizin berechtigt zur Erbringung der hausärztlichen Leistungen ( EBM Kap 3) plus für die Allgemeinmedizin zulässige fachgebietsübergreifende Sonderleistungen. Die Zulasssung als FA f. Psychosomatische Medizin berechtigt zur Erbringung der psychosomatischen Leistungen (EBM Kap 22) plus zulässige fachgebietsübergreifende Sonderleistungen.

Im Fall der Schwindeldiagnostik gehören beispielweise Anamnese, körperliche Untersuchung und ggf. Blutnahme/Labor in unser Fachgabiet. Weitergehende apparative Schwindeldiagnostik (z. B. Drehstuhl) wäre als fachfremd einzustufen und müßte überwiesen werden.

Nicht vergessen werden sollte in der Orientierung, dass das Facharztniveau eine besonders hohe, zweistufige Qualifikation umfaßt.
1. die abgeschlossene AUS-Bildung per Approbation (als Arzt).
2. die abgeschlossene WEITER-Bildung per Facharztstatus.

Beste Grüße
Palmowski
palmowski
 
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