BDPM e. V.
Ansbacher Str. 13
10787 Berlin

Tel:  030/61288300
Fax: 030/61288301

This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Impressum

Datenschutzerklärung

   

WB-Stelle in Berlin  

Das MVZ Psychische Gesundheit Dr. Panitz in Wilmersdorf/ Bundesplatz bietet in seinem

freundlichen Kollegium ab März/April 2019 eine Halbtagsanstellung für WB Assistenten/in

bei WB-Befugnissen für Psychosomatische Medizin/Psychoanalyse/
Psychotherapie

Bewerbungen an E-Mail:  This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

oder Telefon 030/ 85401481


   

Anmeldung für Mitglieder des BDPM

   

Bericht vom 115. DÄT

Details

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

mit meinem Bericht möchte ich mich auf für uns, die Psychosomatiker, Psychiater und ärztlichen Psychotherapeuten, relevante Aspekte beschränken, die Sie nicht schon der Presse entnehmen konnten.

Eine große Niederlage erlitt der Vorstand der BÄK, wie Sie vielleicht schon wissen, in der Frage der E-Card, die vom Plenum des 115. DÄT als gescheitert erklärt wurde, obwohl man alle Register zog um dies zu verhindern.

Eine zweite große Niederlage konnte der Präsident Montgomery nur unter hohem persönlichem Einsatz verhindern, indem er von seinem Präsidentenrecht Gebrauch machte und Kraft seines Amtes eine zweite Lesung anordnete.

Eine zweite Lesung hätte satzungsgemäß sonst abgestimmt werden müssen und 1/3 der abgegebenen Stimmen erfordert.

Das betraf den folgenden Antrag:

„Der 115. Deutsche Ärztetag lehnt die Einbeziehung anderer Berufsgruppen in die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab.

Die GOÄ soll eine rein ärztliche Gebührenordnung bleiben.“

Dieser Antrag hatte den Hintergrund, dass die PP und KJP in die GOÄ aufgenommen werden sollen, was Begehrlichkeiten auch bei anderen nachdrängenden Gesundheitsberufen wecken könnte, so dass man dann zu einer GOG, einer Gebührenordnung für Gesundheitsberufe käme und die Ärzteschaft ihre eigene Verhandlungs- und Gestaltungshoheit über ihre bislang rein ärztliche Gebührenordnung verlöre.

Es galt zu diesem Zeitpunkt bereits, wie gegen Ende der DÄT wegen der Vielzahl der Anträge üblich, ein verkürztes Verfahren, das nur zwei Redner zulässt, einen contra, falls jemand das wünscht, und dann auch einen pro.

Herbert Menzel, Nervenarzt, Psychosomatiker und Psychotherapeut, der Vorsitzende des BPM (Berufsverband der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie), redete dagegen, also für die Einbeziehung der PP und KJP in die GOÄ.

Herr Dietrich, Dermatologe, von der Freien Ärzteschaft, redete dann für den Antrag und konnte sich dabei auch auf den Ehrenpräsidenten des DÄT und der Bundesärztekammer, den Chirurgen und Unfallchirurgen Karsten Vilmar, berufen, der ihm dies ausdrücklich gestattet hatte.

Der Antrag erhielt, trotz Herbert Menzels Gegenrede, zunächst die erforderliche Stimmenmehrheit des Plenums.

In der zweiten Lesung ging es turbulent zu, die Emotionen gingen hoch.

Der Präsident Montgomery erklärte deutlich gegen den Antrag, also für die Einbeziehung der Psychologischen Psychotherapeuten und KJP in die GOÄ, zu sein.

Unser nordrheinischer Vizepräsident, der Allgemeinarzt Bernd Zimmer, redete für den Antrag, also gegen die Einbeziehung anderer Berufsgruppen in die GOÄ.

Herr Windhorst, der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe brachte dann vorsichtshalber für Herrn Montgomery die Kuh vom Eis, indem er Vorstandsüberweisung beantragte, die dann trotz einer guten Gegenrede eines norddeutschen Kollegen, der meines Wissens auch nicht der Ärztlichen Psychotherapie zuzurechnen ist, positiv abgestimmt wurde.

Zur Vorgeschichte:

Die nordrheinischen Delegierten waren mit diesem gemeinsam abgestimmten und von allen, über alle Fraktionen hinweg, mitgetragenen Antrag nach Nürnberg angereist.

Von Beginn an war im Hintergrund großer Widerstand spürbar, der dann, weil man sich offenbar auch von höchster Stelle einschaltete, dazu führte, dass der Antrag zunächst zurückgezogen wurde.

Herr Dietrich, von der Freien Ärzteschaft, beugte sich jedoch nicht und stellte den Antrag mit überregionaler Unterstützung dennoch.

In den Tagen bis zur Abstimmung, - solche Dinge werden von der Ärztetagsregie immer nach hinten geschoben, wo sie wegen Zeitdruck dann nicht mehr, oder jedenfalls nicht mehr ausführlich, behandelt werden können, wurde großer Druck auf die Antragsteller und Unterstützer ausgeübt. – Es blieben aber alle standhaft. 

Ich fühlte mich an die Zeit vor der Verabschiedung des PTG erinnert, wo es auch hieß, es drohten schlimme Konsequenzen, wenn man die PP und KJP nicht ins KV-System hineinnähme.

Jetzt drohte man, die GOÄ käme sonst nicht und berief sich darauf, die Politik wolle die Einbeziehung der PP und KJP.

Was in den (Hintergrund-) Gesprächen, die ich führte, und von denen ich hörte, deutlich auffiel, war, dass weder die Mitglieder des Präsidiums, noch die Delegierten, des DÄT hinreichend über die Thematik und ihre Konsequenzen informiert schienen, was ein sehr erstaunlicher Befund ist, bei einer Angelegenheit von so großer Tragweite, die, wie ich weiß, schon lange im Hintergrund schwelt.

Ich selbst habe einen Antrag eingebracht, der darauf abzielte, dass der Vorstand der BÄK die Rückkopplungen der Hereinnahme der PP und KJP auf die ärztliche Weiterbildungsordnung untersuchen möge und kurzfristig die Landesärztekammern, sowie dann nächstes Jahr auch den 116. DÄT darüber informieren solle.

Auch dieser Antrag wurde auf Initiative von Herrn Windhorst an den Vorstand überwiesen.

Soweit mein Bericht.

Für Fragen und Rückmeldungen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

H. Heister

   

Kooperationen